No Poo: Funktioniert Haare waschen ohne Shampoo? Ein Selbstversuch + Tipps.

Die meisten von euch werden es auf Instagram mitbekommen haben. Ich habe letzte Woche das „No Poo“ Projekt gestartet. Was das genau ist, wie es funktioniert und was ich damit erreichen möchte erfahrt ihr hier :-).

Meine Haare und ich waren irgendwie nie beste Freunde aber auch keine Feinde. Sie waren nie besonders schön, besonders lang oder irgendwie special. Ich hatte aber auch nie wirklich Probleme damit also war alles okay.




Irgendwann begann der Zeitpunkt ab dem ich meine Haare mindestens alle zwei Tage waschen musste und wenn wir uns ehrlich sind, wäre es eigentlich jeden Tag nötig. Ich bringe die Zeit irgendwie mit Trockenshampoo rüber aber wohl fühle ich mich trotzdem nicht damit.

Ich glaube das Ganze hat auch wieder mit Hormonen zu tun, ich hatte ja auch ziemlichen Haarausfall wie ich mit der Pille aufgehört habe und es wundert mich nicht, dass ich deswegen auch mit meinen schnell nachfettenden Haaren zu kämpfen habe.

Vor Kurzem wurde mir das dann alles zu viel und mein Haarzustand wurde immer schlimmer also suchte ich dringend nach einer Lösung. Zwei meiner liebsten Bloggerinnen und auch Freundinnen, Angie und Jules waschen ihre Haare schon über ein Jahr ohne Shampoo und so erkundigte ich mich bei ihnen – vor allem ihre Blogbeiträge haben mir sehr geholfen, meinen jetzigen Entschluss zu fassen.




Bei No Poo geht es darum, seine Haare ohne Shampoo zu waschen, daher kommt auch der Name. Es gibt dafür viele verschiedene Möglichkeiten und ich habe mich, aufgrund von Angie’s und Jules‘ Erfahrungen für die Roggenmehl Variante entschieden.

 

 

Warum genau Roggenmehl?
Da gibt es viele Vorteile:

Roggenmehl:

  1. ist gut verträglich
  2. hat keine irritierenden Zusätze
  3. hat eine solide Reinigungswirkung
  4. wirkt gegen Schuppen
  5. pflegt Haar und Kopfhaut
  6. ist ph-neutral
  7. ist für empfindliche Haut geeignet
  8. ist vitamin- und mineralstoffreich
  9. ist vegan
  10. hat eine nachhaltige Verpackung

Was brauche ich dafür?

Man nimmt Roggenvollkornmehl oder normales Roggenmehl (nur Roggen übrigens – da zum Beispiel Weizen in euren Haaren kleben bleiben würde – hat zu viel Gluten!), Apfelessig und Wasser, mehr braucht man dafür nicht.

Ich nehme ungefähr 3-4 Esslöffel Mehl und mische es mit der doppelten Menge lauwarmen Wasser bis ein Brei ohne Klumpen entsteht. Das Ganze sollte nicht zu flüssig aber auch nicht zu fest sein aber dafür bekommt ihr gleich ein Gespür. Manche empfehlen auch dass man das Mehl siebt, da sonst Klumpen im Haar bleiben könnten aber um ehrlich zu sein bin ich dafür zu faul :D.

Was ich noch mit unter die Dusche nehme ist eine Apfelessig Rinse, als eine Art Conditioner.
Ich nehme ein einfaches Glas kaltes Wasser und gebe einen Schuss Apfelessig rein, das war’s 🙂

Der Ablauf

Als erstes mache ich meine Haare nass und gebe dann den Mehlbrei darauf. Ich massiere das Ganze ein und gebe es auch in meine Spitzen. Dann lasse ich es einwirken und nach ungefähr fünf Minuten wasche ich den Brei aus. Am Anfang ist das schon irgendwie ungewohnt, da nichts schäumt und da man echt gaaanz gründlich auswaschen sollte – man braucht halt einfach ein bisschen länger aber ich habe mich spätestens seit der zweiten Wäsche daran gewöhnt.
Wenn alles gründlich ausgespült wurde, schüttet man sich die Apfelessig Spülung über den Kopf, lässt es auch ein bisschen einwirken und spült alles mit kaltem (!) Wasser wieder aus.

Dann ist der ganze Zauber vorbei!

Wie war es bisher?

Ich habe meine Haare jetzt selber erst vier Mal mit Roggenmehl gewaschen und ich muss sagen: ich bin jetzt schon begeistert. Meine größte Sorge war es eigentlich, dass meine Haare nicht sauber werden aber im Gegenteil: sie fühlen sich richtig sauber an und man hat ein echt gutes Gefühl danach.
Meine Spitzen sind zwar echt komplett trocken aber ich werde bei der nächsten Wäsche einfach Kokosöl in meine Haarspitzen geben und das Problem ist damit sicher gelöst.

Ich habe meine Haare jetzt wie sonst auch immer, jeden zweiten Tag gewaschen, da sie sich natürlich erst daran gewöhnen müssen und bin gespannt, wann ich meine Haarwäschen hinauszögern kann.
Ich mache No Poo ja hauptsächlich wegen meinen fettigen Haaren, die nach nicht mal einem Tag schon unmöglich aussehen und hoffe, dass es was bringt. Dass das Roggenmehl nebenbei noch so viele Vorteile hat, ist natürlich perfekt und ich bin motiviert, dem Ganzen jetzt sicher ein paar Monate eine Chance zu geben.

Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

 

Meine zusätzlichen Tipps:

Trockenshampoo

Als natürliche Trockenshampoo Alternative habe ich Babypuder empfohlen bekommen, oder auch noch ein bisschen Roggenmehl. Man braucht von beidem wirklich nur ganz wenig, massiert es in den Ansatz und bürstet es aus – voilá! 🙂

 

Haare bürsten

Natürlich liegt es auf der Hand dass man seine Haare bürsten sollte aber ich habe mich vor Kurzem in das Thema eingelesen und festgestellt, dass ich persönlich viel zu wenig Aufmerksamkeit darauf gelegt habe.
Ich habe meine Haare schon gebürstet aber anscheinend mit einer völlig falschen Bürste und einfach viel zu selten.
Viele Experten meinen, dass das Bürsten der Haare eines der wichtigsten Dinge ist, um sie zu pflegen. Der ganze Talg, der von der Kopfhaut produziert wird, wird durch das Bürsten über die ganzen Haare verteilt und ist somit die beste Pflege. Es wird empfohlen, das Ganze mit einer Naturbürste und mit mindestens 100 Bürstenstrichen pro Tag zu machen. Dabei werden die Haare nicht nur entwirrt, auch die Kopfhaut wird dabei massiert, was die Durchblutung und somit das Haarwachstum anregt.
Ich persönlich verwende jetzt eine Bürste mit Wildschweinborsten. Diese saugen anscheinend beim Bürsten das überschüssige Fett auf, ohne es wieder abzugeben und viele meinen, dass man dadurch die Haarwäsche auch wieder hinauszögern kann. Gebürstet wird kreuz und quer und am besten macht man es am Morgen oder abends.
Das Bürsten wird als perfekte Ergänzung zu No Poo empfohlen und deswegen ist mein Motto: entweder ganz oder gar nicht. Ich ziehe das jetzt durch! 🙂

 

In ein paar Wochen werde ich euch wieder updaten also seid gespannt – ich bin es nämlich auch. Und jetzt viel Spaß beim ausprobieren 🙂

Was sind eure Erfahrungen mit No Poo? Lasst es mich in den Kommentaren wissen :*

Antonia <3

 

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