Wie finde ich die richtige Verhütungsmethode für mich?

Im Mai habe ich ja eine Umfrage zum Thema Verhütung und Verhütungsmethode(n) auf Instagram gestartet und ich bin noch immer ganz überwältigt davon, wie viele Menschen mitgemacht haben. Ich merke, dass das Thema ein ganz ganz wichtiges Thema ist, das sehr kontrovers und komplex ist. In meinem ersten Blogpost zu dem Thema Verhütungsmethoden- und -trends habe ich euch erzählt, was es denn so alles gibt und was meine ganz persönliche Geschichte ist. Aber die große Frage ist nun: Was ist denn jetzt eigentlich das Richtige für mich persönlich? Wie finde ich die richtige Verhütungsmethode?

Am 7. Juni war ich beim Think-Tank rund um das Thema Verhütungsmethoden und -trends in Köln eingeladen und Leute, DAS war vielleicht der Hammer! Nicht nur dass ich tolle, inspirierende Frauen kennengelernt habe, nein, ich habe auch sehr viel an Wissen mit heim genommen. Bei dem Think-Tank waren unter anderem Paula Lambert, die bekannte Buchautorin und Sex Coach, ein toller Münchner Gynäkologe (mit dem ich mich danach dann auch noch sehr ausführlich unterhalten habe) und zwei Experten von Jenapharm eingeladen. Es gab tolle und anregende Diskussionen und fast jede Frau hat einen anderen Standpunkt vertreten, was das Ganze natürlich umso spannender gemacht hat!

Wir haben so viele tolle Informationen mitbekommen, die ich alle erst einmal verarbeiten musste, um das Ganze mit euch zu teilen. Ich versuche alles so gut wie möglich zusammenzufassen 🙂 In meinem ersten Blogpost habt ihr dazu ja schon ein paar Infos bekommen, also vielleicht wollt ihr dort auch noch einmal vorbeischauen?

Was man vorweg zum Thema Verhütungsmethoden sagen kann, ist, dass der Trend ganz klar ist: Zurück zur Natürlichkeit!

Meine persönlichen Vorlieben sowie meine Instagram Umfrage zeigen: viele Frauen wollen möglichst natürlich verhüten und wollen keinen Eingriff in den natürlichen hormonellen Zyklus. Gleichzeitig ist aber auch der Wunsch nach einer hohen Sicherheit und einem hohen Komfort da.

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Wusstet ihr, dass ..

… mehr als die Hälfte der Frauen in Deutschland sich nicht erinnern kann, in der Verhütungsberatung etwas über den Verhütungsring, die 3-Monatsspritze, das Verhütungsschirmchen (Hormonspirale) oder die Kupferspirale gehört zu haben?*

 

Wusstet ihr, dass ..

… ca. 63% aller Pillen-Anwenderinnen, die in den letzten zwei Jahren die Methode gewechselt haben, von der Pille auf das Kondom umgestiegen sind?**

 

Wusstet ihr, dass ..

… ca. 25% aller Frauen mit dem Kondom verhüten, mehr als die Hälfte damit jedoch unzufrieden ist?**

 

*Quelle: TANCO-Studie: Verhütungssicherheit in Deutschland (2015)

**Quelle: COCO-Studie: COntraceptive COunseling (2019)

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NFP

Bei meiner Instagram Umfrage wollte der Großteil (ich übrigens auch) mehr Infos zur Natürlichen Familienplanung (NFP) erhalten. Ich habe davon immer nur gehört, aber nie genau gewusst, wie das eigentlich funktioniert und ob es das Richtige für mich ist.

 Mit NFP werden anhand verschiedener Körpersymptome die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im weiblichen Zyklus bestimmt.

Die Voraussetzungen:
  • Bereitschaft, sich eingehend mit dem eigenen Körper zu beschäftigen (was ich an sich ja super finde). Dazu gehört auch die Auswertung des Zervixschleims sowie die Beobachtung des Gebärmutterhalses oder des Muttermundes.
  • Gewissenhafter Umgang: Die Temperatur muss jeden Tag zur selben Zeit (morgens sofort nach dem Aufwachen noch vor dem Aufstehen und nach einer Mindestzeit von 6 Stunden ungestörtem Schlaf) gemessen und aufgeschrieben werden.

Dieser zweite Punkt fällt mir um ehrlich zu sein schon recht schwer, denn bei mir ist jeder Tag anders. Ich bin nicht sehr „brav“, wenn es darum geht, täglich etwas zur selben Uhrzeit und unter denselben Bedingungen zu machen. Ich bin oft auf Reisen, ich bin oft in Österreich unterwegs, ich nehme außerdem Medikamente (Rheumatoide Arthritis) und all diese Dinge beeinflussen meine Körpertemperatur. Also habe ich herausgefunden, dass das wohl ziemlich schwierig für mich werden könnte. Da Kinder für mich noch nicht in Frage kommen, ist mir NFP leider zu unsicher, obwohl ich die natürliche Familienplanung an sich sehr toll finde!


Kupferhaltige Verhütungsmethoden

Wie sieht das Ganze mit Kupfer aus? Ich persönlich verhüte ja seit über einem Jahr mit der Kupferspirale und weiß ungefähr, was in meinem Körper dadurch passiert.

Bei der Kupferspirale, dem Kupferball und der Kupferkette ist das Konzept das gleiche.

Die Kupferspirale, -ball und -kette geben ständig kleine Mengen Kupferionen in die Gebärmutter ab, die die Überlebensfähigkeit von Samenzellen hemmen und das Einnisten der befruchteten Eizelle verhindert. Sollte es doch zu einer Befruchtung kommen, kann sich die Eizelle allerdings nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten, da das Kupfer eine Entzündungsreaktion in der Schleimhaut verursacht.

Ich persönlich komme mit der Kupferspirale nicht soo gut zurecht. Ich habe starke Schmerzen während der Periode und auch das Einsetzen war der blanke Horror. Aber da viele meiner Freundinnen mit der Kupferspirale verhüten, dachte ich, dass das Ganze auch für mich die richtige Variante sein könnte. Das Konzept dahinter finde ich ja super praktisch, dass man einfach an gar nichts mehr denken muss, aber die Schmerzen sind wirklich alles andere als lustig. Das kann sehr gut am Kupfer liegen und deshalb spiele ich auch schon lange mit dem Gedanken, die Methode zu wechseln. Wir werden sehen.

 

Hormonelle Verhütungsmethoden

Zu allererst möchte ich gerne etwas loswerden, was ihr von mir schon öfter gehört habt: Ich finde es schlimm, wenn man als 15-Jährige zum Frauenarzt geht und dann bekommt man ohne jegliche Aufklärung und ohne viel Worte einfach die Pille verschrieben. Natürlich kann man das Ganze nicht verallgemeinern, ABER ich kenne so so so viele (mich nicht ausgeschlossen), bei denen es genauso abgelaufen ist. Ich fände es toll, wenn mehr Gynäkologen die Mädchen besser aufklären würden. Gleichzeitig habe ich mir auch immer die Frage gestellt, ob denn die Pille für junge Mädchen wirklich die richtige Methode ist? Die Kupferspirale wird eher älteren Frauen empfohlen (teilweise auch nur jenen, die schon einmal ein Kind bekommen haben) und es ist mir schon klar, dass man die nicht bei einer 15-Jährigen einsetzen sollte. Aber gibt es nur die Pille oder ein Kondom?

Nein! Und genau darüber haben wir ausführlich gesprochen. Habt ihr schon einmal was von dem Verhütungsschirmchen gehört? Oder auch Hormonspirale genannt. Ich wusste, dass es das gibt, aber um ehrlich zu sein, habe ich schon nach dem Wort „Hormonspirale“ abgeschaltet. Nach allem, was ich mit der Pille durchmachen musste, wollte ich von Hormonen nichts mehr wissen. Aber ich muss ehrlich sagen: durch die ganzen Informationen, auch vom erfahrenen Gynäkologen Dr. Lombardo, finde ich diese Alternative auch für junge Mädels ziemlich toll. Die wenigsten wollen in jungen Jahren nicht allein mit einem Kondom verhüten, einfach weil es viel zu unsicher ist. Ich als 15-Jährige hätte mir das auch nicht wirklich zugetraut.

Sprechen wir über die Hormonspirale:
  • Dafür gibt es kein Eintrittsalter (!)
  • Sie ist gut verträglich für Frauen im gebärfähigen Alter
  • Es ist eine sehr hohe Verhütungssicherheit gegeben, denn es gibt z.B. kein tägliches „Dran-denken-müssen“ wie bei der Pille
  • Die Periode ist meist kürzer, schwächer und die Blutungen sind weniger schmerzvoll (das ist für mich der Knackpunkt!)

Und jetzt zum Thema Hormone. In den meisten Pillen ist nicht nur das Hormon Gestagen, sondern auch Östrogen drinnen. Und wir erinnern uns an meinen Besuch beim Hormonarzt: Ich hatte einen starken Östrogen- und Progesteronmangel.

Aber bei der Hormonspirale sieht das anders aus: das ist eine östrogenfreie Verhütung! Es wird eine geringe Menge des Gestagens Levonorgestrel direkt in der Gebärmutter freigesetzt. Dadurch verdickt sich der Schleimpfropf im Gebärmutterhals und Spermien können nicht eindringen. Außerdem werden sie in ihrer Aktivität und Befruchtungsfähigkeit gehemmt.

Durch die Hormonspirale wird also der natürlich weibliche Zyklus nicht beeinflusst, was ja bei der Pille, dem Ring, dem Pflaster und selbst den östrogenfreien Ovulationshemmern (viele Gestagen-Pillen) zum Beispiel ganz anders ist! Die Menge der Hormone, die von der Hormonspirale ins Blut abgegeben werden, ist auch sehr gering.

Resümee

Wow, das war ja jetzt schon ein langer Blogpost und ich freue mich, wenn ihr nach den 1200 Wörtern noch immer hier seid! 🙂

Ich weiß dass es ganz, ganz viele Informationen gibt und jeder eine andere Sicht auf die Dinge hat und das erschwert das Ganze natürlich, aber andererseits ist das ja auch gut so.

Meiner Meinung nach (und das haben wir auch beim Think-Tank so besprochen), ist das Verhütungswissen noch immer sehr lücken- und fehlerhaft. Oft wird die Verhütung auch nur oberflächlich besprochen, und es herrscht definitiv Aufklärungsbedarf!

Die Anforderungen an Verhütung sind so so so individuell!

Viele Frauen haben den Wunsch, sich frei zu fühlen, den Körper zu spüren und unabhängig von Medikamenten zu sein. Viele Frauen möchten keine Pille mehr und probieren sich zurzeit an der NFP oder verhüten mit Kondom. Ich verstehe aber auch total, dass das für viele Frauen eher unpraktisch, unsicher und auf Dauer „nervig“ ist.

Ich werde euch in Zukunft hoffentlich noch viel mehr berichten können und ich freue mich immer über den Austausch mit euch, sei es hier am Blog, per Mail oder auf Instagram. Und eines will ich euch noch mitgeben und das war auch unsere wichtigste Erkenntnis beim Think-Tank:

Es gibt nicht DIE EINE Verhütungsmethode, die für alle perfekt ist. Jede Frau muss ihre persönliche aufgeklärte, selbstbestimmte, bewusste und fundierte Verhütungs-Entscheidung treffen. Die Verhütung ist ein so so wichtiger Teil der Lebensplanung und –gestaltung und es ist am allerwichtigsten, dass es für EUCH PERSÖNLICH passt. Erkennt eure Wünsche und Bedürfnisse und versucht sie zu erfüllen und zu befriedigen. Setzt euch mit dem Thema auseinander und probiert verschiedene Dinge, denn nur so könnt ihr auch die richtige Methode für euch finden! <3

 

Anzeige: Dieser Beitrag ist unterstützt durch Jenapharm.

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